Material Übersicht
3D-Druck ist eine innovative Technologie, die es ermöglicht, dreidimensionale Objekte aus verschiedenen Materialien herzustellen. Das Material wird dabei schichtweise aufgetragen und verschmilzt zu der gewünschten Form. Je nach Material und Druckverfahren können die Eigenschaften und Anwendungen der 3D-gedruckten Objekte stark variieren. Deshalb ist die Wahl des passenden Materials für jedes Projekt entscheidend.
Um 3D-Druck möglichst jedem zugänglich zu machen, bietet 3D Druck München eine gezielte Auswahl der wichtigsten Materialien in hoher Qualität an, die im Online-Kalkulator bei jedem Modell ausgewählt werden können. Auf dieser Seite geben wir einen Überblick über die verfügbaren Materialien PLA+, ASA, PLA/PHB (lebensmittelecht) und PA12-CF mit ihren jeweiligen Eigenschaften und Anwendungsbereichen.


PLA+
robust
einfach zu drucken
Überraschender Fakt: Obwohl PLA als moderner Biokunststoff gilt, wurde seine Herstellung bereits 1932 vom Chemiekonzern DuPont entwickelt. Der breite Durchbruch von PLA erfolgte aber erst im 21. Jahrhundert durch den Aufstieg des 3D-Drucks und die Nachfrage nach nachhaltigen Materialien.
PLA+ eignet sich für eine Vielzahl von 3D-Druckprojekten, zum Beispiel:
- Dekorative Objekte
- Prototypen
- Haushaltsgegenstände
- Anschauungsmodelle
- Halterungen
- Schablonen
- Gehäuse
- Kleinserien
- Skulpturen & Büsten
Eigenschaften von PLA+:
- Biologisch abbaubar (aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt)
- Höhere Schlagfestigkeit und Zähigkeit als normales PLA
- Erhöhte Wärmeformbeständigkeit (bleibt bis ca. 60 °C formstabil)
- Geringe Verzugsneigung – einfach zu drucken
- Geruchsarm beim Verarbeiten
- Umweltfreundlich und recyclebar
Worin unterscheidet sich PLA+ von normalem PLA? PLA+ ist ein verbessertes PLA-Filament, das durch spezielle Additive stabiler und temperaturbeständiger wird. Normales PLA kann spröde sein und verformt sich bereits bei relativ niedrigen Temperaturen (um 60 °C). PLA+ hingegen bleibt länger formstabil und hält auch Stöße besser aus. Je nach Hersteller können die genauen Eigenschaften variieren, doch generell eignet sich PLA+ besser für funktionale Bauteile als Standard-PLA.
ASA
wetterfest
schlagfest
Überraschender Fakt: ASA ist kein brandneuer Kunststoff – er wurde bereits um 1970 vom Chemiekonzern BASF entwickelt und unter dem Namen „Luran S“ auf den Markt gebracht. Damit war ASA von Anfang an als wetterfestes Alternativmaterial zu ABS konzipiert.
ASA (Acrylnitril-Styrol-Acrylat) ist ein Kunststoff, der als modifizierte Version von ABS entwickelt wurde. Durch eine zusätzliche Acrylat-Komponente bietet ASA eine deutlich bessere Witterungs- und UV-Beständigkeit, behält dabei aber die hohe Schlagfestigkeit und Verarbeitbarkeit von ABS bei. Dieser Kunststoff vergilbt oder versprödet nicht unter Sonneneinstrahlung und hält auch mechanischer Beanspruchung im Außeneinsatz stand. Zudem liegt seine Glasübergangstemperatur höher als bei PLA, was eine bessere Wärmebeständigkeit bedeutet.
ASA eignet sich insbesondere für folgende 3D-Druckprojekte:
- Automobil-Außenteile
- Außenelektronik-Gehäuse
- Außenschilder
- Vogelhäuser
- Halterungen (Outdoor)
- Sonnenuhren
- Vorrichtungen und Werkzeuge für den Außenbereich
Eigenschaften von ASA:
- UV-beständig und wetterfest (kein Ausbleichen oder Vergilben)
- Hohe Schlag- und Verschleißfestigkeit (vergleichbar mit ABS)
- Hitzebeständig (Glasübergangstemperatur ~105 °C, deutlich höher als PLA)
- Steif und langlebig, geeignet für den dauerhaften Außeneinsatz
- Beim Drucken anspruchsvoller als PLA (Heizbett und geschlossener Bauraum empfohlen, um Warping zu vermeiden)
Benötigt ASA besondere Druckbedingungen? Ähnlich wie ABS erfordert auch ASA erhöhte Drucktemperaturen und Maßnahmen gegen Verzug. Ein beheiztes Druckbett (ca. 90–110 °C) ist in der Regel notwendig, damit die ersten Schichten gut haften. Idealerweise druckt man ASA zudem in einem geschlossenen Druckraum ohne Zugluft, damit das Material gleichmäßig abkühlt – so wird Warping (das Verziehen des Druckteils) deutlich vermindert. Insgesamt gilt ASA als etwas anspruchsvoller im Druck als PLA, liefert aber hervorragende Ergebnisse für langlebige Outdoor-Objekte.
PLA/PHB
Lebensmittelecht
spülmaschinenfest
UV-beständig
Überraschender Fakt: Lebensmittelechtes PLA/PHB hält wesentlich höhere Temperaturen aus als normales PLA. Es bleibt bis etwa 110 °C formstabil – während Standard-PLA oft schon bei rund 60 °C erweicht. Dadurch übersteht PLA/PHB sogar Spülmaschinengänge und heißes Wasser, ohne sich zu verformen.
Dieser spezielle Biokunststoff (eine PLA-PHB-Mischung) ist für den Kontakt mit Lebensmitteln zertifiziert. Er ist absolut unbedenklich und kann in der Spülmaschine gereinigt sowie durch heiße Flüssigkeiten desinfiziert werden. Die hohe UV-Beständigkeit macht das Material zudem sehr attraktiv für den Einsatz im Aquarium, da es selbst unter starker Beleuchtung nicht degradiert.
PLA/PHB eignet sich ideal für folgende Anwendungen:
- Keksausstecher und andere Formen für Lebensmittel
- Komponenten im Aquarium
- Gegenstände mit Lebensmittelkontakt allgemein
- Spülmaschinengeeignete Haushaltsgegenstände
Eigenschaften von PLA/PHB:
- Lebensmittelecht zertifiziert (für direkten Lebensmittelkontakt geeignet)
- Spülmaschinenfest und hitzebeständig (verformt sich nicht bei heißem Wasser)
- UV-beständig (keine Versprödung durch Licht)
- Druckbar mit ähnlichen Einstellungen wie PLA (einfach in der Handhabung)
- Biologisch abbaubar (PLA/PHB sind vollständig biobasiert)
Wofür steht PHB in PLA/PHB? PHB steht für Polyhydroxybutyrat – einen Biokunststoff, der dem PLA beigemischt wird, um dessen Eigenschaften zu verbessern. Durch PHB wird das Material zäher und temperaturbeständiger und zudem noch besser biologisch abbaubar. PLA/PHB-Filament vereint somit hohe Lebensmittelechtheit mit verbesserten mechanischen Eigenschaften.
PA12-CF
extrem fest
hitzebeständig
abriebfest
Überraschender Fakt: Kohlefasern machen nur etwa 15 % des PA12-CF-Filaments aus. Doch bereits dieser Anteil verdoppelt in etwa die Zugfestigkeit gegenüber unbehandeltem Nylon. So entstehen extrem robuste Bauteile – obwohl der Großteil des Materials weiterhin aus „gewöhnlichem“ Polyamid besteht.
PA12-CF (Polyamid 12 mit Kohlenstofffasern) ist ein faserverstärkter Nylon-Werkstoff, der sich durch sehr hohe Festigkeit, Steifigkeit und eine Wärmeformbeständigkeit bis etwa 194 °C auszeichnet. PA12-CF eignet sich daher besonders für funktionale Teile, die hohen mechanischen oder thermischen Belastungen ausgesetzt sind. Das Material ist zudem spülmaschinenfest sowie UV- und witterungsbeständig. Für den Druck mit PA12-CF ist jedoch ein spezielles Druckbett (mit PVA-Kleber) erforderlich, um eine zuverlässige Haftung zu gewährleisten.
PA12-CF prädestiniert sich für anspruchsvolle technische Projekte, zum Beispiel:
- Fertigungswerkzeuge
- Maschinenteile
- Zahnräder
- Scharniere
- Halterungen mit hoher Belastung
- Funktionsbauteile im Maschinenbau
Eigenschaften von PA12-CF:
- Extrem hohe Festigkeit und Steifigkeit (durch Carbonfaser-Verstärkung)
- Sehr hohe Temperaturbeständigkeit (dauerhaft formstabil bis ~150 °C)
- Geringe Verzugsneigung beim Druck (Kohlefasern reduzieren Schrumpf)
- UV- und witterungsbeständig (für Außenanwendungen geeignet)
- Wasser- und chemikalienresistent (spülmaschinenfest)
- Abrasives Filament (benötigt gehärtete Düse beim Druck)
- Leicht rau mit faseriger Oberfläche – technisch bedingt
Was muss beim 3D-Druck mit PA12-CF beachtet werden? Der Druck von PA12-CF erfordert etwas Erfahrung und die richtige Ausrüstung. Zum einen wirkt das kohlefasergefüllte Filament sehr abrasiv – daher sollte eine gehärtete Stahldüse verwendet werden, um vor übermäßigem Verschleiß geschützt zu sein. Außerdem ist Nylon (PA12) hygroskopisch, das heißt es zieht Feuchtigkeit aus der Luft. Deshalb muss das Filament trocken gelagert und vor dem Druck gegebenenfalls getrocknet werden, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Darüber hinaus benötigt PA12-CF ein beheiztes Druckbett (oft mit Haftvermittler wie PVA-Kleber), damit die Druckobjekte zuverlässig haften. Mit der richtigen Vorbereitung lassen sich jedoch auch PA12-CF-Bauteile in hoher Qualität fertigen.
Hinweis zur Oberfläche:
Durch die Carbonfasern entsteht eine matte, leicht faserige Oberfläche mit technischer Anmutung – funktional, nicht glatt.
Tipps & Tricks rund um 3D-Druck-Materialien
Tipp 1
Verwenden Sie für erste Prototypen und Passformtests ein leicht zu druckendes Material wie PLA+. Prototypenteileaus PLA+ sind kostengünstig und schnell herzustellen. Für das finale Bauteil sollte dann auf das passende Funktionsmaterial gewechselt werden, um die gewünschten Eigenschaften zu gewährleisten.
Tipp 2
Beachten Sie die Einsatzumgebung Ihres Bauteils. Muss es im Freien bestehen, empfiehlt sich UV- und witterungsbeständiges Material wie ASA. Bei direktem Lebensmittelkontakt oder im Aquarium sollte ein zertifiziertes Material wie PLA/PHB verwendet werden, das keine Schadstoffe abgibt.
Tipp 3
Nutzen Sie den 3D-Druck auch für Kleinserien und funktionsfähige Endbauteile. Haben Sie ein Design erfolgreich getestet, können damit sogar Kleinserien produziert werden. Hochfeste Materialien wie PA12-CF eignen sich zudem für robuste Montageteile in Maschinen oder Geräten.
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